In diesem Artikel

Ein Chip befördert deinen Golfball mit einer kurzen Flugphase auf das Grün, bevor er die restliche Distanz zur Fahne rollt. Wenn du die Bewegung wie einen verlängerten Putt ausführst, sparst du rund um das Grün Schläge und vermeidest Fehltreffer.

Wer das kurze Spiel strukturiert aufbaut, profitiert von klaren Begriffen. Drei Definitionen helfen bei der Einordnung:

  • Chip: Ein kurzer, flacher Annäherungsschlag aus dem Bereich unmittelbar um das Grün mit wenig Flug und viel Rollphase.
  • Chip and Run: Eine Variante des Chips, bei der du Schläger mit geringerer Neigung wählst, damit der Ball früh landet und den Großteil des Weges rollt.
  • Landepunkt: Die gezielte Stelle auf dem Grün, an der der Ball das erste Mal aufkommt, bevor er Richtung Loch ausrollt.

Warum die Putt-Bewegung beim Chip funktioniert

Ein voller Golfschwung erfordert Hüftdrehung, Handgelenkwinkel und Gewichtsverlagerung. Beim Chip lässt du diese Hebel weg. Du steuerst die Bewegung fast nur über die Schulterpartie und hältst die Handgelenke ruhig.

Weil die Schlagfläche den Ball in einer kontrollierten Abwärtsbewegung trifft, triffst du zuerst den Ball und danach den Boden. Das reduziert fette Treffer oder getoppte Bälle. Du musst den Ball nicht in die Luft löffeln. Die Neigung der Schlägerfläche hebt den Ball vom Boden ab. Wenn du dich grundsätzlich mit Schwungmustern beschäftigst, hilft dir die Übersicht zu Golf lernen für Anfänger.

Die Technik in vier Schritten

  1. Schritt 1: Setup aufbauen

    Stelle deine Füße schmal zusammen. Platziere den Ball eher hinten im Stand Richtung hinterer Fuß. Verlagere mehr Gewicht auf den vorderen Fuß.

  2. Schritt 2: Hände positionieren

    Schiebe deine Hände leicht vor den Ball. Der Schlägerschaft neigt sich nach vorn zum Ziel. Halte diese Handgelenksposition während des gesamten Schlags stabil.

  3. Schritt 3: Pendelbewegung aus den Schultern

    Führe den Schläger mit den Schultern zurück, ähnlich wie beim Putten. Die Handgelenke winkeln nicht aktiv ab.

  4. Schritt 4: Treffmoment und kurzes Finish

    Schwinge durch den Ball. Deine Hände bleiben bis zum Ende vor dem Schlägerkopf. Die Schlagfläche zeigt nach dem Treffmoment weiterhin zum Ziel.

Zwei Wedges liegen nebeneinander auf kurz gemähtem Rasen
Je nach Loft rollt der Ball nach dem Chip unterschiedlich weit. Foto: Unsplash

Schlägerwahl für das Rollverhalten

Du kannst fast jeden Schläger im Bag für einen Chip nutzen. Der Unterschied liegt im Loft, also dem Neigungswinkel der Schlagfläche. Ein Schläger mit wenig Loft lässt den Ball flacher starten und erzeugt viel Roll. Ein Wedge mit hohem Loft lässt den Ball höher fliegen und schneller stoppen. Die passende Dosierung ergänzt das spätere Putten lernen auf dem Grün. Für weite Annäherungen über Hindernisse eignet sich das Pitchen.

Übersicht der Schläger für unterschiedliche Chip-Situationen
SchlägerFlug- und RollphaseTypische Situation
Eisen 7 bis 9Wenig Flug, sehr viel RollViel Grün zwischen Ball und Fahne, klassischer Chip and Run.
Pitching WedgeAusgewogen: mittlere Flugphase, mittlerer RollStandarddistanzen mit ausreichend Auslaufzone.
Sand WedgeHöherer Flug, spürbar weniger RollWenig Grün bis zur Fahne oder leichtes Hindernis im Vorgrün.

Höhere Wedges erfordern höhere Präzision.

Putter und Golfball kurz vor dem Putt auf dem Grün
Die Pendelbewegung beim Chip ähnelt der beim Putten. Foto: Unsplash

Typische Fehler beim Chippen

1. Schaufeln mit den Handgelenken

Viele Spieler versuchen, den Ball aktiv in die Luft zu heben. Dabei klappen die Handgelenke im Treffmoment nach oben. Die Schlägerkante trifft den Ball in der Mitte oder gräbt sich vor dem Ball in den Boden. Lass die Hände vor dem Ball und vertraue auf den Loft deines Schlägers.

2. Gewichtsverlagerung nach hinten

Wenn du dein Gewicht während des Schwungs auf das hintere Bein verlagerst, verschiebt sich der tiefste Punkt des Schwungbogens hinter den Ball. Du triffst den Rasen vor dem Ball. Behalte das Gewicht von der Ansprechposition bis zum Finish fest auf dem vorderen Fuß.

3. Zu langer Rückschwung mit Abbremsen

Ein zu weiter Rückschwung verleitet dazu, den Schläger vor dem Ball abzubremsen. Dadurch verlierst du Rhythmus und Treffqualität. Wähle einen kompakten Rückschwung und beschleunige gleichmäßig durch den Ball.

Drei Übungen für das Training

  1. Das Landezonen-Handtuch: Lege ein kleines Handtuch etwa zwei bis drei Meter hinter den Grünanfang. Spiele Bälle mit dem Ziel, das Tuch direkt zu treffen. Achte nur darauf, wo der Ball landet, nicht auf das Loch.
  2. Drei-Schläger-Vergleich: Nimm Eisen 8, Pitching Wedge und Sand Wedge. Spiele von derselben Position jeweils drei Bälle auf denselben Landepunkt. Beobachte, wie unterschiedlich weit die Bälle ausrollen.
  3. Die Leiter: Stecke drei Tees in Abständen von jeweils drei Metern auf dem Grün ein. Chippe nacheinander an das erste, zweite und dritte Tee. So trainierst du deine Längenkontrolle über die Schwunglänge.

Häufige Fragen

Was unterscheidet einen Chip von einem Pitch?
Ein Chip fliegt flach, landet früh und rollt den Großteil der Strecke. Ein Pitch fliegt höher, verbringt mehr Zeit in der Luft und stoppt nach der Landung schneller auf dem Grün.
Wo liegt der Ball beim Chippen im Stand?
Der Ball liegt tendenziell mittig bis leicht hinter der Mitte zum hinteren Fuß hin. Diese Position erleichtert einen sauberen Ballkontakt in der Abwärtsbewegung.
Welcher Schläger eignet sich für den Einstieg am besten?
Ein Pitching Wedge bietet ein ausgewogenes Verhältnis von Flug und Roll. Es verzeiht kleine Ungenauigkeiten besser als Schläger mit extrem viel oder sehr wenig Loft.
Wie kontrolliere ich die Weite beim Chippen?
Du variierst die Weite über die Länge des Rückschwungs und die Wahl des Schlägers. Das Tempo der Pendelbewegung bleibt dabei immer gleichmäßig.

Fazit

Ein verlässlicher Chip basiert auf einem stabilen Setup und einer ruhigen Pendelbewegung. Wenn du den Landepunkt sauber wählst und dein Schlägerrepertoire nutzt, bringst du den Ball nah an die Fahne.

Weiter geht’s: Putten lernen: Grundlagen für deinen Score

  • #Technik
  • #Kurzes Spiel
  • #Wedge

Redaktionelle Transparenz: Veröffentlicht am 17.10.2026 . Unsere Empfehlungen beruhen auf allgemein anerkannten Golf-Grundlagen und den genannten Quellen; wir nehmen keine Zahlungen von Herstellern für Inhalte an.