In diesem Artikel
Ein verlässlicher Putt erfordert ein stabiles Setup, eine saubere Pendelbewegung aus den Schultern und dosiertes Tempo. Wer die Distanz präzise kontrolliert, lässt den ersten Ball nah am Loch stoppen und vermeidet teure Dreiputts.
Wer sein Handicap verbessern möchte, holt auf dem Grün oft schneller Schläge heraus als auf der Driving Range. Anders als beim vollen Schwung brauchst du hier keine Explosivität, sondern Wiederholbarkeit.
Wichtige Begriffe auf dem Grün
Bevor du an deiner Technik feilst, helfen dir klare Bezeichnungen für das Geschehen auf dem Grün:
- Puttlinie: Die gedachte Rollspur, die dein Ball vom Treffmoment bis zum Loch nehmen soll.
- Break: Die seitliche Kurve, die der Ball durch das Gefälle des Grüns und die Schwerkraft beschreibt.
- Tempo: Die Geschwindigkeit, mit der der Ball rollt, sowie der Rhythmus deiner eigenen Pendelbewegung.
In unserer Übersicht über Golf-Begriffe findest du viele weitere Ausdrücke rund um das kurze Spiel und die Platzarchitektur.
Zum Grün gehört auch eine Regel, die Einsteiger oft verunsichert:
Die Technik in vier Schritten
Beim Putten bewegen die großen Muskeln der Schultern und der Brust den Schläger. Handgelenke und Unterkörper bleiben während des gesamten Schwungs passiv.
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Schritt 1: Augen über den Ball bringen
Stelle dich so an den Ball, dass deine Augenlotlinie direkt auf oder knapp innerhalb der Ball-Ziel-Linie liegt. So blickst du unverzerrt entlang der Linie.
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Schritt 2: Ballposition leicht links der Mitte
Platziere den Ball für Rechtshänder zwei bis drei Zentimeter links der Standmitte. So triffst du ihn in der tiefsten Pendelphase oder ganz leicht in der Aufwärtsbewegung.
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Schritt 3: Griffdruck lockern
Halte den Puttergriff mit mittlerem bis leichtem Druck. Zu feste Unterarme blockieren dein Gespür für den Putterkopf und lassen die Pendelbewegung verkrampfen.
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Schritt 4: Aus den Schultern pendeln
Bilde aus Schultern, Armen und Schläger ein stabiles Dreieck. Bewege dieses Dreieck gleichmäßig nach hinten und vorn, während Kopf und Beine vollkommen ruhig stehen.
Drei bekannte Puttgriffe im Vergleich
Es gibt nicht die eine Griffhaltung, die für alle Golfer passt. Während der klassische Reverse-Overlap-Griff viel Gefühl vermittelt, beruhigen alternative Varianten aktive Handgelenke.
| Griffart | Merkmal | Einsatzbereich | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Klassisch (Reverse Overlap) | Linker Zeigefinger liegt über den Fingern der rechten Hand. | Guter Einstieg für alle Spielstärken. | Erfordert Disziplin, um Handgelenke ruhig zu halten. |
| Cross-Hand (Left Hand Low) | Die linke Hand greift unterhalb der rechten Hand an den Schaft. | Spieler mit zu aktiver Führungshand. | Hält die vordere Schulter tief und verhindert Löffeln. |
| Claw-Griff (Krallengriff) | Rechte Hand hält den Schläger nur zwischen Daumen und Fingern. | Spieler mit unruhigem rechten Handgelenk. | Nimmt die dominante Hand fast vollständig aus dem Schlag. |
Teste Griffvarianten auf dem Übungsgrün über mehrere Wochen, bevor du sie auf der Runde einsetzt.
Tempo vor Linie: Längenkontrolle beherrschen
Viele Golfer widmen beim Grünlesen fast ihre gesamte Aufmerksamkeit der seitlichen Neigung. Doch die größte Fehlerquelle bei langen Putts ist die falsche Distanzkontrolle.
Rollt ein Ball auf der exakten Linie, aber drei Meter zu weit oder zu kurz, droht fast immer ein Dreiputt. Verfehlt er das Loch dagegen seitlich um dreißig Zentimeter mit gutem Tempo, bleibt dir ein einfacher Tap-in aus kurzer Distanz.
Steuere die Weite ausschließlich über die Länge deines Rückschwungs. Der Rhythmus der Pendelbewegung bleibt bei einem Drei-Meter-Putt und einem Zwölf-Meter-Putt identisch. Wer versucht, Distanz durch ein ruckartiges Beschleunigen im Treffmoment zu erzeugen, verliert die Kontrolle über den Eintreffwinkel und die Schlagfläche. Ergänzend zum Spiel auf dem Grün lohnt sich ein Blick auf das Chippen lernen und Pitchen lernen, um Annäherungsschläge von vornherein näher an die Fahne zu bringen.
Typische Fehler beim Putten
Kleine Ausweichbewegungen führen auf dem Grün zu deutlichen Richtungs- und Distanzverlusten. Drei Muster treten besonders häufig auf:
1. Nachschauen vor dem Treffmoment
Viele Spieler drehen den Kopf schon während des Durchschwungs zum Loch, um den Ball rollen zu sehen. Dabei öffnet sich die Schulterlinie nach links, und die Schlagfläche verdreht sich.
Lösung: Halte deinen Blick nach dem Treffen noch eine Sekunde lang auf den Fleck gerichtet, auf dem der Ball lag. Höre, wie der Ball ins Loch fällt, statt ihm hinterherzublicken.
2. Schnappen aus den Handgelenken
Werden die Hände im Treffmoment aktiv und klappen nach vorn, verändert sich der dynamische Loft des Putters. Der Ball springt nach dem Start, verliert Tempo und bricht unberechenbar aus der Spur.
Lösung: Fixiere die Handgelenke gedanklich in einer Schiene. Das Pendel schwingt ausschließlich aus der Brust- und Schulterpartie.
3. Abbremsen im Durchschwung
Aus Angst vor einem zu weiten Schlag verkürzen viele Golfer den Durchschwung und stoppen den Putter abrupt ab. Das zerstört den Rhythmus und führt regelmäßig zu kurzen Putts.
Lösung: Lass den Putterkopf nach dem Ball mindestens genauso weit nach vorn schwingen, wie du nach hinten ausgeholt hast. Ein gleichmäßiges Pendelverhältnis stabilisiert den Ballstart.
Drei Übungen gegen Dreiputts
Regelmäßiges Techniktraining auf dem Grün schlägt langes Bälleschlagen auf der Range. Mit diesen drei Übungen schulst du Präzision und Distanzgefühl:
- Die Leiter (Längenkontrolle): Stecke vier Tees in Abständen von 3, 6, 9 und 12 Metern vom Loch entfernt in den Boden. Spiele von jeder Station zwei Bälle. Dein Ziel ist es, jeden Ball innerhalb eines Radius von einem Schlägergriff um das Loch zu platzieren.
- Das Tor (Schlagflächenkontrolle): Stecke etwa 50 Zentimeter vor deiner Ballposition zwei Tees in den Boden, sodass ein Ball gerade dazwischen durchrollt. Triffst du das Tor sauber, startet dein Putt auf der anvisierten Startlinie.
- Der Kreis (Druckresistenz bei kurzen Putts): Lege sechs Bälle im Abstand von einem Meter kreisförmig um das Loch. Loche alle Bälle nacheinander ein. Verfehlst du einen Putt, startet die Runde wieder von vorn.
Häufige Fragen
Wie lese ich das Break auf dem Grün richtig?
Darf die Fahne beim Putten im Loch stecken bleiben?
Welcher Puttertyp eignet sich für Einsteiger?
Wie vermeide ich Dreiputts auf langen Distanzen?
Fazit
Erfolgreiches Putten basiert auf einem stabilen Stand, einem ruhigen Schulterpendel und verlässlicher Längenkontrolle. Wer die Distanzen meistert und kurze Putts diszipliniert trainiert, senkt die Schlagzahl auf jeder Runde spürbar.
Weiter geht’s: Verfeinere dein kurzes Spiel rund um das Vorgrün in unserer Anleitung zum Chippen lernen.