In diesem Artikel
Ein Pitch ist ein Annäherungsschlag mit hohem Fluganteil und kurzem Rollweg, den du meist mit einem Pitching Wedge, Sand Wedge oder Lob Wedge spielst. Du nutzt diesen Schlag für Distanzen rund um das Grün, für die ein Chip zu kurz und ein voller Schwung zu lang ist.
Pitch, Chip oder Lob: Die Unterschiede
Im kurzen Spiel bestimmen Lage und Hindernisse die Schlägerwahl. Die Schläge unterscheiden sich in Flughöhe, Rollstrecke und Bewegungsausmaß:
- Pitch: Mittlere bis hohe Flugkurve mit mehr Flug- als Rollanteil. Der Schwung ist eine dosierte Drehung des Körpers.
- Chip: Flacher Schlag mit kurzer Flugphase und langem Rollweg, gespielt aus direkter Grünnähe mit wenig Handgelenkeinsatz. Mehr Details findest du in der Anleitung zum Chippen lernen.
- Lob: Sehr steiler Schlag mit maximaler Höhe und minimalem Rollweg, gespielt mit geöffnetem Lob Wedge bei vollem Schwung über nahe Hindernisse.
| Schlagart | Flug / Roll | Schläger | Wann |
|---|---|---|---|
| Chip | Wenig Flug, viel Roll | Eisen 7 bis Pitching Wedge | Ball liegt nah am Grün ohne Hindernis |
| Pitch | Mehr Flug, wenig Roll | Pitching, Sand oder Lob Wedge | Distanz zu weit für Chip, Vorgrün oder Bunker dazwischen |
| Lob | Sehr viel Flug, kaum Roll | Lob Wedge (58° bis 60°) | Wenig Grün vorhanden, Hindernis direkt vor der Fahne |
Warum die Pitch-Technik funktioniert
Ein stabiler Pitch basiert auf zwei mechanischen Faktoren: dem Treffmoment und der Schlägerneigung. Das Wedge besitzt eine schräge Schlagfläche (Loft), die den Ball von Natur aus in die Luft befördert. Du musst den Ball nicht anheben.
Deine Aufgabe besteht darin, den Schlägerkopf erst durch den Ball und anschließend flach in den Boden gleiten zu lassen. Die Sohle des Schlägers nutzt dabei ihren Bounce, um ein Eingraben in den Rasen zu verhindern. Wenn der Körper während des Schwungs rotiert und der tiefste Punkt des Schwungbogens kurz nach dem Ball liegt, entsteht die gewünschte Höhe und eine kontrollierte Landung auf dem Grün.
Die Technik in vier Schritten
Die folgende Bewegung sichert reproduzierbaren Ballkontakt und verhindert getoppte Bälle.
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Schritt 1: Setup und Ansprechposition
Stelle deine Füße hüftbreit auf. Lege den Ball in die Mitte deines Standes. Verlagere mehr Gewicht auf den vorderen Fuß.
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Schritt 2: Rückschwung durch Körperdrehung
Drehe deinen Oberkörper nach hinten, während die Arme entspannt folgen. Die Handgelenke winkeln natürlich an, ohne dass du den Schläger aktiv nach innen ziehst.
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Schritt 3: Treffmoment: Ball vor Boden
Leite den Abschwung mit der Hüfte ein. Das Gewicht bleibt auf der vorderen Seite. Die Schlagfläche trifft zuerst den Ball, bevor die Sohle den Rasen berührt.
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Schritt 4: Kontrollierter Durchschwung
Drehe deinen Brustkorb bis zum Ziel durch. Das Schlägerblatt bleibt stabil, ohne dass deine Hände im Treffmoment nach oben abklappen.
Typische Fehler beim Pitchen
Beim Pitchen führen instabile Handgelenke und falsche Gewichtsverlagerungen schnell zu Fehlschlägen.
1. Schaufeln und Nachhelfen
Viele Golfer versuchen unbewusst, den Ball mit den Händen in die Luft zu heben. Dabei klappen die Handgelenke vor dem Ball nach oben ab, das Gewicht fällt auf das hintere Bein. Der Schläger trifft den Boden zu früh oder erwischt den Ball mit der Kante über der Mitte. Vertraue dem Loft deines Wedges. Halte die Hände im Treffmoment leicht vor dem Ball und belaste den vorderen Fuß.
2. Abbremsen im Abschwung
Ein zu weiter Rückschwung führt oft zu einer vorsichtigen, bremsenden Bewegung vor dem Ball. Durch den Tempoverlust bleibt der Schläger im Gras stecken. Bestimme die Weite über die Länge des Rückschwungs und beschleunige gleichmäßig durch die Treffzone hindurch.
3. Zu aktiver Handgelenkeinsatz
Wer den Schläger nur aus den Handgelenken schlägt, verliert die Kontrolle über den Eintreffwinkel. Der Schlägerkopf schneidet dann unkontrolliert in den Boden. Führe die Bewegung aus der Rotation von Schultern und Brustkorb aus. Die Handgelenke unterstützen die Bewegung, steuern sie aber nicht allein.
Drei Übungen für besseren Ballkontakt
Diese Drills helfen dir auf der Driving Range oder dem Chipping Green, die Bewegung zu festigen:
- Die Handtuch-Übung: Lege ein flaches Handtuch etwa 15 Zentimeter hinter deinen Ball auf den Boden. Schlage Pitches, ohne das Handtuch mit dem Schlägerkopf zu berühren. Trifft der Schläger das Tuch, liegt dein tiefster Schwungpunkt zu weit hinten.
- Der Ein-Bein-Drill: Hebe die Ferse deines hinteren Fußes an, sodass nur noch die Fußspitze den Boden berührt. Das gesamte Gewicht ruht auf dem vorderen Bein. Spiele kurze Pitches aus diesem Stand, um eine stabile Achse ohne Gewichtsverlagerung nach hinten zu lernen.
- Zifferblatt-Methode für die Distanz: Kontrolliere deine Weite über definierte Schwungweiten. Schwinge den linken Arm im Rückschwung bis auf 8 Uhr, 9 Uhr oder 10 Uhr und drehe jeweils synchron durch. Notiere, wie weit der Ball mit jedem Wedge bei diesen Schwunglängen fliegt.
Wenn dein Ball im Sand vor dem Grün landet, gelten andere Prinzipien. Die richtige Sandtechnik findest du im Leitfaden zum Bunkerschlag. Liegst du direkt an der Fahne, hilft dir das Putten lernen.
Häufige Fragen
Welcher Schläger eignet sich am besten zum Pitchen?
Wo liegt der Ball beim Pitch im Stand?
Wie unterscheidet sich der Pitch vom vollen Schwung?
Warum treffe ich den Ball oft mit der Unterkante?
Fazit
Ein sicherer Pitch verlangt eine saubere Körperrotation und das Vertrauen in die Schlägerneigung. Halte das Gewicht leicht vorne und lass den Schlägerkopf gleichmäßig durch den Ball gleiten.
Weiter geht’s: Verbessere dein Spiel auf dem Grün mit dem Leitfaden Putten lernen: Grundlagen für Einsteiger.